Stüler-Kirche Pinnow

Die von 1859 bis 1862 errichtete Kirche im neoklassizistischen Stil mit romanischen Elementen ist ein Werk von keinem Geringeren als dem Schinkel-Schüler Friedrich August Stüler. Die Weihung der Kirche fand am 20. September 1862 durch den Generalsuperintendenten der Kurmark Brandenburg, Gottlieb Neander statt.   

Die Anfang des 20. Jahrhunderts aufgetretenen Bauschäden machten umfangreiche Restaurierungen notwendig. Dabei wurden gravierende Veränderungen im Innenraum vorgenommen, zum Beispiel wurde die jetzt noch vorhandene Zwischendecke eingezogen. 1921 wurde das äußere Mauerwerk, der Innenputz, alle Farbfassungen und der Turmhelm erneuert. Die Bauwerkschäden, die im Laufe der folgenden Jahrzehnte entstanden, beseitigte man nicht. Die im II. Weltkrieg zerstörte Orgel wurde ausgebaut. Der marode Zustand des Bauwerkes zwang zur Schließung der Kirche. Im Jahr 1970 fand vorerst die letzte Messe statt. Die durch die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik beabsichtigte Sprengung konnte von engagierten Bürgern verhindert werden. So blieb sie rund zwanzig Jahre lang geschlossen.

Erst nach der Wiedervereinigung Deutschlands und in Anbetracht der Tatsache, dass Friedrich August Stüler einer der bedeutendsten Erbauer von Kirchen und Ratgeber von Friedrich Wilhelm IV war, wurden die Denkmalschützer aufmerksam und durch deren Interesse ebnete sich der Weg zu Fördermitteln. Am 10. Januar 1992 konnte die Kirche Pinnow in die Denkmalschutzliste des Landes Brandenburg aufgenommen werden. 

Die Sanierung des Turmes, sowohl mit alten als auch mit neuen Ziegeln, konnte beginnen. Es folgte die Instandsetzung des Daches. Des weiteren wurden die Turmaußenwand, der Turmhelm, der Boden der Empore und die Treppen im Turm erneuert sowie das Kirchenschiff gesichert. Durch eine Spende der Partnergemeinde Achern konnte der Hand- und Knielauf der Treppe zur Empore und die Beleuchtung des Innenraumes erneuert werden. Trotz der noch in Restaurierung befindlichen Kirche fand am 22. Juni 1997 ein erster Gottesdienst auf der Empore statt. Die Kanzelfiguren konnten in den noch vorhandenen Formen der Tonwarenfabrik Koch neu gegossen und zum Weihnachtsfest 2004 angebracht werden.

Die Restaurierung wird Stück für Stück fortgesetzt. So wurde ein barrierefreier Zugang und ein Vordach über dem Eingang geschaffen. Gleichzeitig gehen die Arbeiten im Inneren weiter voran.

In den Sommermonaten findet einmal im Monat ein Gottesdienst sowie ständig wechselnde Kulturprogramme, vorwiegend klassische Konzerte, Ausstellungen und Lesungen statt.

Auf Grund der Nähe zum internationalen Radweg Berlin-Kopenhagen, wurde die Kirche in Pinnow am 1. Mai 2005 zur ersten Radfahrerkirche in Brandenburg  geweiht.

Die Radfahrerkirche ist von Mai bis Mitte September an den Wochenenden samstags und sonntags  von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Hier können auch kleine Pannen am Fahrrad behoben werden. Das notwendige Werkzeug ist in der Kirche vorhanden. 

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