Lokal-Geschichte(n)

Orte des öffentlichen Lebens

Früher ging man nicht nur ins Wirtshaus, um zu trinken und zu essen – Wirtshäuser waren vielmehr Orte, an denen Privates neben Kommunalem stattfand, Kulturelles neben Politischem. Man traf sich zu Theateraufführungen und Bällen, Filme wurden gezeigt, Ausflügler kehrten ein, Vereine tagten, Familien feierten. Ja, und reichlich getrunken wurde natürlich auch – 1912 lieferten allein 16 auswärtige Brauereien viele tausend Hektoliter Bier in den Gemeindebezirk. Kurz: Ein großer Teil des öffentlichen Lebens spielte sich in Krügen und Kneipen, feinen Lokalitäten, Gasthäusern, Klubs und Clubs, Getränkestützpunkten, Cafés und HO-Gaststätten ab. Darum erzählt diese temporäre Ausstellung nicht nur von Gasthäusern, sondern ebenso vom Alltag und von den Veränderungen in unseren Orten.

Gasthof zur krummen Linde

Stolpe, heute Dorfstr. 5, Foto etwa 1922

Anno 1761 fielen große Teile des Dorfes Stolpe einer Feuersbrunst zum Opfer, darunter auch der damalige Krug. Noch im selben Jahr wurde das Gasthaus wiederaufgebaut. Zunächst diente es nur Gutsarbeitern und Bauern zur Einkehr, aber das änderte sich mit dem Bau der Nordbahn 1877 und der Einrichtung eines Haltpunktes Stolpe (gegenüber der heutigen Shell-Tankstelle). Aus dieser Zeit stammt auch der Name Krumme Linde. Mit den Berliner Ausflüglern kam Geld ins Dorf, sodass der Wirt sich 1892 eine Modernisierung nach französischem Vorbild leisten konnte: mit separater Küche und dem Tresen als Zentrum des Gastraumes. 1934 wurde das Gebäude aufgestockt. 1948 war es vorübergehend Quartier der kasernierten Volkspolizei, ab 1966 wieder Gaststätte – und zwar bis heute. Zu berichten ist noch von einem prominenten Fast-Besitzer: Karl Marx. Dessen Ehefrau Jenny von Westphalen gehörte 1862 zur großen Erbengemeinschaft des Anwesens. In den Archiven findet sich ihre Erbausschlagung, die allerdings erst durch die Unterschrift ihres Gatten rechtskräftig wurde.

Restaurant Waldesruh

Hohen Neuendorf, am heutigen Adolf-Damaschke-Platz, Foto von 1905

Das Haus wurde 1893 als Wohngebäude mit Restaurant fertiggestellt – mit Saal im Erdgeschoss. Das Foto zeigt das Restaurant an der noch unbefestigten Berliner Straße (Blick in Richtung des heutigen Kreisverkehrs). Kirchenchor, freiwillige Feuerwehr, Schützengilde, Haus- und Grundbesitzerverein, Mieterverein und der Reichsbund der Kriegsgeschädigten trafen sich hier. Die Vorführung von Filmen musste aus „Sicherheitsgründen” nach kurzer Zeit eingestellt werden – vermutlich gab es Probleme mit dem Brandschutz. In den 1940er-Jahren war der Saal Unterkunft für 40 Zwangsarbeiter, 1946 fand in den Räumen die erste Hohen Neuendorfer Gemeindewahl statt. Zur Währungsreform 1948 wurden hier Aufkleber auf die alten Reichsmarkscheine aufgebracht. Mit dem Tod des letzten Besitzers endete 1952 der Gaststättenbetrieb. Von 1957 bis 1959 war das Haus eine Konsum-Verkaufsstelle für Möbel, später baute man es zum Wohngebäude um. Die inzwischen modernisierte Fassade erinnert noch an die ursprüngliche Funktion des Gebäudes.

 

Gasthof zum schwarzen Adler/ Stellwerk

Hohen Neuendorf, ehem. Hauptstr. 80, heute Karl-Marx-Str. 25, Foto aus der Kaiserzeit

1891 eröffnete Bauer Willi Kleeßen im alten Dorf sein Gasthaus. In Stallungen, die es auf dem Grundstück gab, mieteten sich Künstler ein – sogar ein Bühnenhaus gab es dort. Ab 1927 fanden im Saalkino Lichtspiele Schwarzer Adler Filmvorführungen statt. Während des zweiten Weltkrieges brachte man im Saal französische Zwangsarbeiter unter. 1959 wurde das Haus als Volkseigentum zum Jugendklubhaus. Im großen Saal der HO-Gaststätte fanden Feuerwehrbälle, Betriebsvergnügen, Hochzeiten und eine Modenschau des Berliner CENTRUM-Warenhauses statt, auf der Freifläche hinter dem Gebäude traf man sich Pfingsten zum Konzert. Ab den 1970ern fand im Saal der Jugendtanz statt, später auch im Diskokeller. 1994 wurde die Gaststätte zum Stellwerk umgebaut – mit Bahnaccessoires, Billardtischen und einer Bar auf der Bühne. Die kommunale Immobilie war allerdings schon lange marode und letztlich fehlte das Geld für ihren Erhalt. Im März 2000 wurde sie abgerissen.

Wirtshaus und Marina Havelbaude

Hohen Neuendorf, heute Goethestr. 41, Foto von 1931

1925 eröffnete der Bootsbauer Albert Beyer mit seiner Frau Friedel das Wirtshaus Havelbaude und eine Bootswerft gab es natürlich auch. Das Areal entwickelte sich rasch zu einer guten Adresse für Wassersportler aus Hohen Neuendorf und aus Berlin. Falt- und Paddelbootfahrer konnte in den Wochenendstuben ein Nachtlager finden, Segel- und Motorbootbesitzer übernachteten auf ihren Booten. Der Wassersportverein Havelbaude startete von hier aus Fahrten zur Mecklenburger Seenplatte, wobei Motorbote auch Segler in Schlepp nahmen. Ausflügler konnten von der Terrasse oder aus dem Wintergarten Sportboote und Dampfschlepper beobachten. Liebespärchen nutzten die Fährverbindung zum Wald am gegenüberliegenden Ufer. Und in der Werkstatt wurden Holzboote repariert oder gebaut. Nach dem Krieg setzten die Besitzer der Havelbaude die Tradition als Ausflugsziel fort: So ist es bis heute, denn Wirtshaus und Marina sind noch immer im Familienbesitz.

Logenhaus

Hohen Neuendorf, am heutigen Adolf-Damaschke-Platz, koloriertes Foto nach 1910

Die Johannis-Loge Comenius zur Wahrheit errichtete 1910 ihren repräsentativen Sitz am heutigen Damaschkeplatz. Zirkel und Winkel auf dem Turm wiesen das auffällige Gebäude weithin und mit Stolz als Sitz der Freimaurer aus. Das Logenhaus fungierte als öffentliches Logen-Kasino mit Gartenlokal, und in den zwei Sälen des großen Gebäudes fanden je 150 Gäste Platz. Doch der Verein konnte das Haus nicht halten. Nach der Zwangsversteigerung 1913 hieß es Konzert-Haus, der Gaststättenbetrieb lief weiter – mit elektrischer Beleuchtung, was damals noch nicht selbstverständlich war, wie sich ein Nachbar erinnerte. Ab 1921 kamen in den Logen-Lichtspielen die neuesten Filme zur Aufführung. 1929 fand in den repräsentativen Räumen eine Feier zur Jugendweihe statt, aber nach 1933 passte das Haus der Freidenker und Freimaurer nicht mehr in die Zeit. Es wurde geschlossen und 1936 zum Wohnhaus mit 12 Kleinwohnungen umgebaut.

Restaurant Zur Haltestelle

Hohen Neuendorf, Foto von 1908

Das Gebäude ganz links dürfte dem Betrachter bekannt vorkommen – es ist der heutige Stramme Max. Seit 1877 hielt die Nordbahn zwar in Hohen Neuendorf, aber erst 1924 entstand im Zuge der Elektrifizierung der S-Bahn ein richtiger Bahnhof. Damit versank das Restaurant optisch neben der Brücke und der neuen Straße. In den rechts neben dem Restaurant errichteten Anbau zog 1938 die Hubertus-Apotheke, die ihr Domizil zuvor in der Berliner Straße hatte. Noch heute ist ein kleines Geschäft links neben der Gaststätte zu erkennen, dort befand sich ein Milchladen. Bis zum Mauerbau 1961 nutzte der DDR-Zoll den Raum, denn Hohen Neuendorf war die letzte DDR-Station vor Westberlin. Der eigentliche Gastraum diente bis Mitte der 1960er-Jahre als HO-Schnell-Imbiss und war später ein Blumengeschäft, rechter Hand gab es einen Friseur. Nach der Wende drohte der Abriss der Immobilie, aber nach umfangreichen Baumaßnahmen konnte 1995 die lange unterbrochene Gaststättentradition fortgesetzt werden.

Restaurant zur Klause

Hohen Neuendorf, Foto aus den 1930er-Jahren

Zunächst hieß die 1892 erbaute Gaststätte Bahnhofs-Restaurant, unter dem Namen Zur Klause taucht sie erst 1926 in einem Adressbuch auf. Männergesangvereine und -chöre, der Schrammelklub Harmonie, die Evangelische Frauenhilfe, der Kameradschaftliche Kriegerverein, Geflügelzüchter- und Handball-Verein waren hier zuhause. Das Vereinszimmer fasste 100 und der Tanzsaal 800 Personen. Ab 1926 fanden in den UT-Lichtspielen im Restaurant Zur Klause Filmvorführungen statt und nach 1943 wurde der Saal zu einem richtigen Kino umgebaut, das ab 1950 Filmtheater Klause hieß. In Wendezeiten diente der Saal den Bürgern auch als Versammlungsraum. Der schlechte bauliche Zustand des Gebäudes war jahrelang ein Problem, daher wurden Gaststätte und Kino geschlossen und notdürftig gesichert. 1996 brannte der Kinosaal vollständig aus, wahrscheinlich durch Brandstiftung, ein Jahr später erfolgte der komplette Abriss. Heute befinden sich an diesem Ort die City-Arkaden.

Gasthaus Friedenseiche

Alt-Borgsdorf, Hauptstraße Ecke Lindenstraße, Foto von 1892

Das Foto entstand beim Anbau des Saals, ein Jahr nach der Eröffnung des Gasthauses. Die „Friedenseichen”, nach denen es benannt wurde, waren „politische Bäume“, die im patriotischen Festakt zu runden Jahrestagen des Sieges im deutsch-französischen Krieg 1870/71 gepflanzt wurden. Die Vorfahren des Besitzers Albert Ganschow (auf dem Foto mit Schürze) lebten bereits seit 1762 in Borgsdorf, 1783 eröffneten sie eine erste Krugwirtschaft. Albert, der Urenkel, dirigierte ab 1887 den Männer-Gesangsverein Fröhlich. Und zwar 32 Jahre lang! Das Gasthaus florierte, 1909 wurde aufgestockt. Um 1930 öffnete die Gaststätte bereits morgens um sieben, wenn die Holzfahrer mit ihren Gespannen Pause machten und anschließend ihre Ladung – Bau- und Klobenholz – in die Veltener Kachelfabriken transportierten. Äußerlich hat sich die Friedenseiche in den letzten hundert Jahren kaum verändert. Nach der Wende wurde sie ein griechisches Restaurant, später das Lindeneck und seit einigen Jahren heißt sie Ristorante Salvia.

Gasthaus Zum Fichtenhain

Hohen Neuendorf, ehem. Berliner Str. 89, vor dem heutigen Kreisverkehr, Foto aus der Kaiserzeit

In dem 1879 erbauten Haus wurde 1891 ein Verein zur Hebung der örtlichen Interessen gegründet, anno 1899 sang in den Räumen der Männerchor Fichtenhain zur Gründung der Hohen Neuendorfer Feuerwehr. Eine mittlere Sensation dürften die ersten bewegten Bilder gewesen sein, die 1912 hier gezeigt wurden, und ab 1918 annoncierten die Lichtspiele Hohen Neuendorf, Restaurant Fichtenhain, wöchentlich im Briesetal-Boten ihre Vorführungen, zum Beispiel Du sollst keine anderen Götter haben, Liebesdrama in 4 Akten oder Seine drei Frauen, Detektivdrama in 4 Akten. Bis zu 200 Besucher kamen zu den Vorstellungen. Der große Biergarten befand sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite (dort, wo seit einigen Jahren der Kistenplatz zum Spielen einlädt), bedient wurde über die Straße hinweg. Warum der Fichtenhain im Frühjahr 1945, während des Einmarschs der alliierten Truppen, bis auf die Grundmauern abbrannte, ist bis heute nicht eindeutig geklärt.

Restaurant zur Treue

Bergfelde, Foto vor 1919

Das 1903 erbaute Restaurant wurde nach dem benachbarten Treuefließ benannt. 1913 warb der Besitzer in einer Anzeige: „Beliebtester Zielpunkt f. Ausflügler und Gesellschaften … schöner schattiger Garten … Saal für 300 Personen, Billard, Kegelbahn.“ Später wurde an der Stelle des Saals eine Veranda errichtet. Alte Bergfelder erinnern sich an die Nachkriegszeit, in der man aus Sparsamkeitsgründen bei Tanzveranstaltungen „Gummibier“ trank – das Glas wurde den ganzen Abend nicht leer. Ende der 1970er-Jahre erfreuten sich Tanzveranstaltungen mit Dommi’s Diskothek großer Beliebtheit. Zur Silvesterfeier 1978/79, als extreme Schneefälle das ganze Land lahmgelegten, hatte die Treue als einzige Gaststätte der Gegend Strom, denn sie war an die Grenzbeleuchtung angeschlossen. Tanz und andere Veranstaltungen fanden auch noch nach der Wende statt. 1994 wurde die Treue abgerissen und das Hotel am Hofjagdrevier errichtet. Heute befinden sich in diesem Gebäude Seniorenwohnungen.

Restaurant Zur Erholung/ Zur Sport-Ecke

Hohen Neuendorf, koloriertes Foto von 1910

In dem Eckhaus Schönfließer Straße/Friedrichstraße befand sich um die Jahrhundertwende neben einem Drogerie- und Kolonialwarengeschäft auch das Restaurant Zur Erholung, das 1929 mit einem neuen Betreiber zur Sport-Ecke wurde. Handballer, Fußballer und Turner des örtlichen Sportvereins kehrten nach dem Training hier ein. Der Biergarten fiel Mitte der 1930er-Jahre einer Gehwegverbreiterung zum Opfer. Ein häufiger (und berühmter) Gast war der Zauberer Alois Kassner in Begleitung seines Elefanten Toto, der beim Restaurantbesuch sein eigenes Getränk bekam: Wasser plus Bier in einem großen Eimer. 1969 übernahm die staatliche Handelsorganisation HO den Betrieb der Gaststätte, die später nach großem Umbau zur Märkischen Bierstube den Touch einer gewöhnlichen Bierkneipe abstreifte. Das Ende der DDR brachte auch das Ende dieser Gaststätte. Heute befindet sich in den Räumen ein Versicherungsbüro.

Kurth’s Gasthaus und Bootshafen

Alt-Borgsdorf, Foto um 1912

Das Gasthaus unweit der Brücke nach Pinnow war ein beliebter Treffpunkt und Übernachtungsort für Ruderer, Kanuten und Motorbootfahrer. Zwischen 1905 und 1910 wohnten auch Arbeiter für den Ausbau der Havel zum Hohenzollern-Kanal hier. Durch eine Aufstockung im Jahr 1907 entstanden nicht nur mehr Zimmer, das hohe Haus war nun auch für „Steigübungen der Borgsdorfer-Pinnower Feuerwehr mit Menschenrettung“ geeignet, wie das Foto zeigt. Das 1924/25 entstandene Bootshaus bot Platz für 40 Paddel- und Ruderboote (die Unterstelle kostete eine Reichsmark pro Tag), Zelter durften kostenlos auf einer kleinen Insel übernachten. Später gab es eine Dampferanlegestelle, und 1930 errichtete Franz Kurth, ein Urenkel des ersten Besitzers, nebenan die Wassersportsiedlung Venedig. „Pfingsten war ein Betrieb, dass wir die Kühe nicht auf die Koppel treiben konnten“, erinnern sich alte Borgsdorfer. Heute ist das ehemalige Gasthaus nur noch eine Ruine – aber Venedig gibt es immer noch.

Otte’s Stehbierhalle

Hohen Neuendorf, Foto von 1927 

  • „Es wird weitergesoffen!“, lautete dereinst Paragraph 11 studentischer Trinkordnungen, Bier-Comments genannt. Dieses Regelwerk zum gemeinschaftlichen Biergenuss war aber auch in anderen Kneipen bekannt, wie das Foto zeigt. Adolph Otte, der auf dem Fass mit dem Paragraphenzeichen thront, hatte seine Kneipe 1904 erworben. Anfangs wohnte die Familie mit zwei Kindern im hinteren, nur durch einen Vorhang abgetrennten Teil der Gastwirtschaft, die oberen Räume wurden an zahlende Gäste vermietet. Wegen Ottes enormen Leibesumfangs nannte man die Kneipe auch Zum dicken Adolph und später, in der Nazizeit, ganz unverfänglich Zum dicken Otto. Auch den Namen Zum ersten und zum letzten Hohen Neuendorfer gab es zeitweise. 1944/45 nahm die Wehrmacht das Haus in Beschlag und quartierte Angehörige des Luftschutzwarndiensts ein. Nach dem Krieg wurde die Gaststätte verpachtet, später befand sich hier ein Schreibbüro. Heute praktiziert ein Tierarzt in dem Gebäude.

Schützenhaus

Hohen Neuendorf, koloriertes Foto von 1906

1903 errichtete der Schützenverein auf dem unbebauten Grundstück einen Schießplatz mit Schießhalle, 1905 entstand in unmittelbarer Nachbarschaft das Schützenhaus als Restauration und als Wohnhaus. Der Patentanwalt Richard Linde aus Berlin-Wilmersdorf erwarb das Anwesen 1920. Während des Dritten Reichs trafen sich in der Villa des Freimaurers Andersdenkende zu politischen Gesprächen. Später gewährte er auf seinem Anwesen Juden, entflohenen Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen Unterschlupf. Nach dem Krieg zog aus Berlin Lindes Tochter Ruth Maria mit Herbert Heiliger hierher, einem der bedeutendsten Bildhauer der deutschen Nachkriegsgeschichte. Anfang der 1950er-Jahre verkaufte die Familie das Grundstück, 1952 wurde es Sitz der Abteilung Bienenkunde und Seidenbau des Instituts für Kleintierzucht der Humboldt-Universität und ab den 1970er-Jahren war es VEB Forschungsstelle für Bienenwirtschaft. Seit 1992 ist das Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf hier beheimatet.

Das Restaurant Elseneck

Bergfelde, Foto von 1966

1898 hatte das Dorf Bergfelde kaum mehr als 150 Einwohner, dennoch wurde hier in jenem Jahr eine zweite Gaststätte – das Elseneck – eröffnet. Grundbesitzer, Angler, Imker, Kleingärtner, Fuß- und Handballer wählten das Elseneck als Vereinslokal. Es gab Übernachtungsmöglichkeiten und sogar Wohnungen. Die „Alpen“ genannten Hügel hinter dem Gebäude, ein Naturgarten mit Teich, eine Liebeslaube, Saal und Kegelbahn trugen zur Beliebtheit der Gaststätte bei. Ab 1968 gehörte das Elseneck der staatlichen Handelsorganisation HO. Beliebt und berüchtigt war die Bierbowle: ein an sich harmloses Getränk aus Bier und Fruchtsäften, veredelt mit Hochprozentigem. Ende der 1960er-/ Anfang der 1970er-Jahre (beim Bau des nördlichen Autobahnrings) und 1984 (während der Elektrifizierung der Bahnstrecke) kehrten Bauarbeiter und Fernfahrer ein, der Arbeitstag des Wirts konnte dann von früh um sieben bis nachts um drei dauern. Zu DDR-Zeiten wurden hier Renten ausgezahlt und Müllmarken verkauft. Das Elseneck ist noch immer in Betrieb.