Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge geschaffen

(29.05.2015)  Vier öffentliche Ladestationen mit je zwei Ladepunkten konnten Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung (r.) und Elektroinstallateur-Meister Helmut Wollschläger (3.v.l.) am 28. Mai im Beisein zahlreicher Stadtverordneter vor Beginn der Stadtverordnetenversammlung einweihen. Sie stehen nunmehr allen Nutzern von Elektrofahrzeugen am Rathaus sowie vor den S-Bahnhöfen Hohen Neuendorf, Bergfelde und Borgsdorf rund um die Uhr zur Verfügung. „Die Installation der Ladesäulen ist ein weiterer Mosaikstein in unserem städtischen Klimaschutzkonzept“, erläuterte Bürgermeister Hartung in Hinblick auf das Integrierte Kommunale Klimaschutzkonzept der grünen Kommune. „Mit der neuen Infrastruktur wollen wir einen Anreiz für unsere Bürger schaffen, über die Anschaffung eines Elektroautos nachzudenken.“ „Im Kreis sind wir Vorreiter in Sachen Elektromobilität“, zeigte sich auch SVV-Vorsitzender Dr. Raimund Weiland (l.) von der Umsetzung angetan. „Die Ladeinfrastruktur ist ein echter Standortvorteil und als Werbung für die Stadt eine super Sache.“

Derzeit sind fünf Elektroautos in der Stadt gemeldet. „Damit haben wir aktuell mehr Ladepunkte als Elektroautos in der Stadt“, rechnet Klimaschutzmanager Malte Stöck vor. „Es ist ein bisschen wie mit der Henne und dem Ei, aber irgendwo muss man schließlich anfangen.“

Obwohl das Tanken für die Nutzer von Elektrofahrzeugen im ersten Jahr kostenfrei ist, befürchtet Stöck keinen „e-Tourismus“. „Eine Vollladung kostet circa zwei bis drei Euro, ich rechne mit wenigen hundert Euro Kosten für die Stadt im ersten Probejahr.“ Sämtliche Ladevorgänge werden erfasst und im Anschluss an die Testphase ausgewertet. Dann entscheidet die Stadt über die zukünftige Abrechnung.

Mit den vier neuen „E-Tankstellen“ in Hohen Neuendorf gibt es im ganzen Land Brandenburg nunmehr 35 öffentliche Ladestationen. Der Strom aus den Hohen Neuendorfer Ladesäulen wird zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnen. Insgesamt kostete die Ladeinfrastruktur vom Anbieter BELECTRIC Drive samt Installation ca. 30.000 Euro. Finanziert wurde sie aus dem Preisgeld des Wettbewerbs „Kommunaler Klimaschutz“, bei dem die Grundschule Niederheide 2013 als energetisch modernste Grundschule Deutschlands ausgezeichnet wurde.

Und so funktioniert‘s:

Zunächst müssen Nutzer mittels Mobiltelefon (QR/SMS-Code) bzw. mittels RFID-Karte (u.a. erhältlich in der Stadtinformation) den Ladevorgang freischalten. Wer bereits eine  RFID- oder sonstige Ladekarte besitzt, kann diese nutzen.

Ein kleines Display zeigt den Zustand des Ladevorgangs an.

Das im Auto mitgeführte Ladekabel (Typ 2 Stecker) kann nun an der entriegelten Ladesäule eingesteckt werden und verriegelt danach automatisch. Zum Entriegeln muss der Ladevorgang wieder per SMS / RFID-Karte beendet werden.

Die Ladung erfolgt derzeit mit bis zu 14 Kilowatt. Eine Vollladung kann damit bei üblichen Akkukapazitäten in zwei bis drei Stunden erfolgen, sofern das Auto „Mode 3“-ladefähig ist.

Das Aufladen ist in Hohen Neuendorf vorerst anonym ohne vorherige Anmeldung möglich, der Ladevorgang selbst wird zur Auswertung erfasst.

Die Ladesäulen sind Teil des Hubject Verbundes, wodurch ein anbieterübergreifendes Laden von Elektrofahrzeugen mit derselben Abrechnungsmethode möglich ist.

Die Ladesäulen sind auch im Internet zu finden. Hier kann auch eingesehen werden, ob die gewünschte Ladesäule verfügbar ist.

Weitere Informationen: www.klimaschutz-hn.de