Darum gab es Schwierigkeiten beim Winterdienst

Symbolbild: Winter in Hohen Neuendorf (Foto: Frank Liebke)
Symbolbild: Winter in Hohen Neuendorf (Foto: Frank Liebke)

(22. Januar 2026)

In den zurückliegenden Tagen und Wochen hat die Verwaltung viel Kritik an der stellenweisen unzureichenden Beräumung und damit einhergehenden Glätte von Straßen und Gehwegen erreicht. Die Verwaltung kann diese Kritik nachvollziehen und bedauert sehr die Verzögerungen beim Winterdienst.

Allerdings ist das Thema vielschichtig und deshalb sollen hier einige Erklärungsansätze für die entstandenen Schwierigkeiten gegeben werden.

So muss zunächst zwischen verschiedenen Winterdienstleistungen unterschieden werden. 

Die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs waren seit dem 3. Januar in den frühen Morgenstunden im Einsatz, um vor den in ihrer Zuständigkeit liegenden kommunalen Objekten wie Sportplätze, Denkmälern, Bushaltestellen, Parkplätzen, Kreuzungen, Überwegen, Kitas sowie Schulen zu räumen.

Auch der Landesbetrieb Straßenwesen, der für die Beräumung der Landes- und Bundesstraßen zuständig ist, war aus Sicht der Verwaltung früh und mit der notwendigen Technik im Einsatz. 

Schwierigkeiten gab es jedoch bei zwei von insgesamt drei von der Stadt beauftragten Unternehmen, die auf den kommunalen Straßen sowie auf den Geh- und Radwegen und Brücken beräumen sollten, dort aber entweder schlecht oder überhaupt nicht ihren Verpflichtungen nachgekommen sind. Bürgermeister Steffen Apelt hat in beiden Fällen unverzüglich ab dem 6. Januar eine sogenannte Ersatzvornahme auf den Weg gebracht. Das heißt, es wurden zusätzliche Firmen und der Bauhof im Rahmen seiner Leistungsfähigkeit mit dem Winterdienst beauftragt. 

Grundsätzlich muss aber auch klar sein, dass bei etwa 138 Kilometern Straße eine Beräumung nicht gleichzeitig überall erfolgen kann. Die Beräumung erfolgt nach einer festgelegten Prioritätenliste. Die Prioritätenliste der Stadt ist auf der Webseite unter www.hohen-neuendorf.de unter Bürgerservice > GEOPortal >Geoportal Direkt >Inhalt >Verkehr und Infrastruktur > Winter­dienst Bereich Straße veröffentlicht. Straßen der Kategorie 4 werden nur in absoluten Ausnahmefällen durch die Stadt oder Dienstleister beräumt.

Winterliche Extrembedingungen

Eine weitere Erklärung für nicht-beräumte Straßen liegt in den extremen Wetterbedingungen, die in diesem Jahr herrschten. Durch die starken Minusgrade ist der herabfallende Schnee nicht locker liegen geblieben, sondern ist schnell an Fahrbahnen und Gehwegen festgefroren. So entsteht eine harte Schicht, der nur schwer beizukommen ist. Darüber hinaus verliert Streusalz ab -5 Grad Celsius seine beabsichtigte Wirksamkeit. Das Eis taut dann durch Salz kaum noch auf – die glätteverhindernde Wirkung bleibt aus. Bei Temperaturen um -10 Grad kann das nachträgliche Streuen von Salz sogar zu erhöhter Glätte führen.

Dieses Phänomen konnte auch in den umliegenden Städten und Gemeinden beobachtet werden. Dicke Eiskrusten über mehrere Tage auf den Straßen waren nicht die Ausnahme in Hohen Neuendorf, sondern die Regel in dieser und anderen Regionen Deutschlands. Das späte Reagieren zweier Dienstleister hat die kritische Situation in Hohen Neuendorf allerdings verschärft.

Gehwege nicht beräumt

Für Verärgerung sorgte bei vielen Einwohnern auch eine stellenweise mangelhafte Beräumung der Gehwege vor privaten Grundstücken. Bei vielen Eigentümern scheint noch immer nicht bekannt zu sein, dass sie laut Straßenreinigungs- und Winterwartungssatzung dazu verpflichtet sind, Gehwege, und in manchen Fällen auch Straßen und Mischverkehrsflächen, vor dem eigenen Grundstück von Schnee und Glätte zu befreien. Das Ordnungsamt hat zuletzt bei zahlreichen Eigentümern Hinweiszettel dazu verteilt. Bei Miethäusern wird die Räum- und Streupflicht in manchen Fällen über den Mietvertrag auf die Mieter übertragen. 

Planungen für die nächste Saison

Bürgermeister Apelt hat zugesagt, dass nach der aktuellen Winterdienstsaison Erfahrungen und Vorschläge gesammelt werden, um in der nächsten Situation noch stabiler aufgestellt zu sein.