Kinderschutz mit System setzt neue Standards

Symbolbild: stock.adobe.com/oksix
Symbolbild: stock.adobe.com/oksix

(26. März 2026)

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe. Die öffentlichen Grundschulen des Schulbezirks Hohen Neuendorf/Birkenwerder haben ein gemeinsames Kinderschutzkonzept vorgelegt, das über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgeht.

Anlass gaben die Anpassungen im brandenburgischen Kinder- und Jugendstärkungsgesetz, die nun auch Schulen verpflichten, verbindliche Schutzkonzepte vorzuhalten. In Hohen Neuendorf und Birkenwerder wurde dieser Auftrag als Chance genutzt, um die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler auf ein neues Fundament zu stellen. 

Alle Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter der fünf Grundschulen sind als Kinderschutzfachkräfte qualifiziert. Mit ihrer Expertise entwickelten sie gemeinsam mit den Schulleitungen ein allgemeingültiges, verständliches Grundkonzept für alle Schulen. Anschließend ergänzte jeder Schulstandort in einem eigenen Teil seine individuellen Gegebenheiten. Der gesamte Prozess wurde fachlich durch die Kinderschutzkoordination des Jugendamtes OHV begleitet und unter Einbeziehung aller an Schule beteiligten Gruppen umgesetzt.

Eine Besonderheit dieses Vorgehens ist die enge Zusammenarbeit aller Akteure: Schulsozialarbeit, Schulleitungen, Jugendamt sowie die Schulgemeinschaft insgesamt. Dadurch verfügt der Sozialraum über eine außergewöhnlich hohe fachliche Dichte. Wenn alle Beteiligten wissen, wie man Anzeichen von Gefährdung erkennt und wie die rechtlichen Abläufe aussehen, entsteht ein echtes Sicherheitsnetz für Kinder. Die Verantwortlichen werden befähigt, Situationen professionell einzuschätzen – von häuslicher Gewalt über andere Gewaltformen, psychische Belastungen bis hin zu Vernachlässigung oder Gefahren im digitalen Raum – und in entsprechende Hilfen zu vermitteln.

Das Konzept basiert auf drei Säulen: Prävention, Intervention und einer Kultur des Hinsehens. Ziel ist es, dass die Kinder gestärkt werden. Klare Handlungsabläufe sorgen im Ernstfall für Sicherheit und ein achtsames Schulklima, das den offenen Umgang mit sensiblen Themen ermöglicht. 

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sozialraumorientierung. Kinderschutz endet nicht am Schultor. Das Konzept regelt auch die enge Vernetzung der Schulen miteinander, mit dem Jugendamt, Beratungsstellen und weiteren Partnern, um Familien im Bedarfsfall schnell und passgenau unterstützen zu können. Für die Schulkinder sind auch die Fachkräfte der offenen und mobilen Kinder- und Jugendarbeit in Hohen Neuendorf und Birkenwerder wichtige Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner. Kinderschutz ist eine fachliche Daueraufgabe, der sich die Schulen nicht allein, sondern erstmals bewusst gemeinsam stellen. Das Konzept ist ein lebendiges Dokument, das regelmäßig überprüft und an neue Herausforderungen angepasst wird.

Hiermit setzen die Schulen ein starkes Zeichen: Kinderschutz ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die sie ab jetzt gemeinsam wahrnehmen – professionell, verlässlich und zum Wohle der Kinder.

-> Zum Konzept hier: Die Schulen der Stadt Hohen Neuendorf | Stadt Hohen Neuendorf