Radweg an der B 96: Planungsteam wird gebildet
(1. September 2026)
Die Autobahn GmbH des Bundes ist zuständig für die Herstellung eines Radwegs entlang der B96, zwischen dem Abzweig Schwarzkittelweg und dem Ortseingang der Stadt Hohen Neuendorf. Dieser Radweg würde auf dem Berliner Stadtgebiet liegen, vor allem aber derzeitigen und potenziellen Radfahrenden zwischen Glienicke/Nordbahn und Hohen Neuendorf dienen.
Es ist diese Komplexität der Ausgangslage, die es jahrelang so wirken ließ, als ob zunächst ein „Zuständigkeits-Wirr-Warr“ aufgelöst werden müsste, damit es endlich vorangeht beim Bau des Radwegs. Durch die Kontaktaufnahme mit dem Bundesverkehrsministerium und das dortige Vorbringen des Anliegens durch den ADFC Reinickendorf und den ADFC Glienicke ist seit Anfang 2026 endlich wieder Schwung in die Sache gekommen – und tatsächlich ist die Zuständigkeit überraschend klar: Straßenbaulastträgerin ist die Autobahn GmbH des Bundes. Sie wird Planung, Bau und später die Wartung übernehmen. Seitdem nun langsam Bewegung aufkommt, ist das Thema auch wieder auf die politische Agenda einiger Gemeindevertreterinnen und -vertreter gelangt. Für die Bürgerinnen und Bürger aus Glienicke, Hohen Neuendorf und Reinickendorf sowie die interessierte Öffentlichkeit im Allgemeinen, ist es jedoch wichtig zu wissen, dass dies kein politisches Projekt ist.
Die Straßenbaulast für den etwa 1,9 km langen Streckenabschnitt der B 96 selbst liegt erst seit 2021 bei der Autobahn GmbH. Damit liegt auch die Zuständigkeit für die Planung und die Errichtung eines straßenbegleitenden Radwegs bei ihr. Aufgrund des sehr großen Zuständigkeitsbereichs der Niederlassung Nordost und anderer Prioritäten im Straßen- und Brückenbau ist die Planung des Radwegs in den vergangenen fünf Jahren nicht aufgenommen worden.
Die Beweggründe dafür, dass es nun losgeht, sind keine politischen: Die Notwendigkeit eines straßenbegleitenden Radwegs auf diesem Abschnitt wird vielmehr bereits aus rein technischer Sicht auch durch die Autobahn GmbH, aufgrund des relevanten Radverkehrsaufkommens und mit dem Ziel der Trennung des Rad- und Fußgängerverkehrs vom Kfz-Verkehr, anerkannt. Eine Einflussnahme auf den Projektfortschritt durch politische Akteure aus Glienicke oder Hohen Neuendorf ist daher weder notwendig noch überhaupt möglich.
Nichtsdestotrotz ist es natürlich wichtig, dass die politischen Spitzen engmaschig über den Projektfortschritt informiert bleiben. Zu diesem Zweck hat der Interkommunale Mobilitätsmanager der Nordbahngemeinden, Heinrich Althausen, den Geschäftsbereichsleiter Planung an der Niederlassung Nordost der Autobahn GmbH, Rayk Langer, darum gebeten, die Bürgermeister aus Glienicke/Nordbahn und Hohen Neuendorf, Herrn Steguweit und Herrn Apelt, den Bezirksstadtrat für Ordnung, Umwelt und Verkehr in Reinickendorf, Herrn Pieper, und den Leiter des Straßen- und Grünflächenamts, Herrn Braun, aus erster Hand über das Projekt zu informieren.
Der Termin fand am 20.08.2026 statt und war für die Anwesenden sehr aufschlussreich. Gemeinsam mit einer Kollegin aus dem Planungsstab führte Herr Langer unter anderem aus, dass für eine rechtssichere Planung Varianten geprüft werden müssten, in der Regel jedoch die Errichtung von einseitigen, gemeinsamen Rad- und Fußverkehrsanlagen im Zweirichtungsverkehr entlang von Bundesstraßen angestrebt werde. Die grundsätzliche Notwendigkeit der Trennung der Verkehrsarten auf diesem Abschnitt (Rad- und Fußverkehr einerseits und Kfz-Verkehr andererseits) stehe allerdings bereits fest. Die vergleichsweise breite Fahrbahn auf dem Waldabschnitt der B96 könne zwar den Eindruck erwecken, dass Radfahrende hier einigermaßen sicher mit dem Kfz-Verkehr mitfließen könnten. Das Gegenteil sei jedoch der Fall: Durch die breite Fahrbahn würden Autofahrende verleitet Radfahrende sogar dann noch zu überholen, wenn ihnen gerade ein anderes Auto entgegenkomme. Dies führe zu besonders gefährlichen Situationen.
Auch über den Baumschutz und die bevorstehenden Abstimmungen mit der Berliner Forstverwaltung hat man sich bei der Autobahn GmbH bereits Gedanken gemacht. Für den Baum- und Wurzelschutz solle ein neuartiges Verfahren zur Anwendung kommen, gibt der Geschäftsbereichsleiter Planung den Anwesenden mit auf den Weg. Durch ein Höherlegen und bewusst angelegte, luftdurchlässige Schichten unterhalb des Asphalts, könnten Wurzeln unter dem Radweg hindurchwachsen, wodurch einerseits die Bäume geschont würden und andererseits Wurzelaufbrüche möglichst langfristig verhindert werden. Gleichzeitig gibt der Planer jedoch zu, dass es notwendig werden kann, einzelne Bäume zu entfernen, um die notwendige Wegebreite für den Begegnungsfall und den Winterdienst auf dem künftigen Rad- und Fußweg herstellen zu können.
Bis zum Ende des Jahres 2026 wird das Planungsteam bei der Autobahn GmbH zusammengestellt sein und erste Vermessungsarbeiten können durchgeführt werden. Eine umwelttechnische Untersuchung kann ab dem Frühjahr 2027 beginnen. Herr Langer machte keinen Hehl daraus, dass es bis zur Umsetzung des Projekts mindestens fünf, möglicherweise aber auch doppelt so viele Jahre dauern kann. Entscheidend für die Projektdauer wird sein, welche umweltrechtlichen Belange geltend gemacht werden und wie gut es gelingt, den Eingriff in die umliegenden Waldbereiche so gering wie möglich zu halten, um eine möglichst schnelle Einigung mit der Berliner Forstverwaltung zu erreichen. Alle Anwesenden freuen sich, dass es nun losgeht und einigen sich darauf im engen Kontakt zu bleiben.
