Naturpark und Gedenkort an der Florastr. eröffnet
(17. Juli 2026)
Am 16. Juli 2026 hat die Stadt Hohen Neuendorf die neue Naturpark- und Gedenkanlage am ehemaligen Mauerstreifen in der Florastraße, Hohen Neuendorf, offiziell eröffnet und ihrer Bestimmung übergeben. Rund ein halbes Jahr nach Abschluss der Gestaltungsarbeiten konnte sich die naturnah angelegte Grünfläche entwickeln und steht nun der Öffentlichkeit als Ort der Erholung, Begegnung und Erinnerung zur Verfügung.
Das Grundstück zwischen Hohen Neuendorf und Berlin war bis 1990 Teil der innerdeutschen Grenze. Heute entsteht hier Schritt für Schritt ein Gedenkort, der die Geschichte des ehemaligen Grenzstreifens mit einer zeitgemäßen Erinnerungskultur verbindet. Die Parkanlage bildet dafür den Rahmen und lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich mit der Vergangenheit ebenso wie mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.
„Mit diesem Ort bewahren wir nicht nur ein wichtiges Kapitel unserer Stadtgeschichte. Wir schaffen zugleich einen Platz, der zum Nachdenken, zum Gespräch und zur Auseinandersetzung mit den Werten von Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit einlädt. Erinnerung lebt dann, wenn sie Menschen miteinander ins Gespräch bringt“, sagte Bürgermeister Steffen Apelt bei der Eröffnung.
Bereits fertiggestellt sind die Gedenk- und Gesprächsbänke. Mit eingravierten Fragen wie „Was bedeutet Freiheit für Dich?“ oder „Was bedeutet es, Grenzen zu erleben?“ schlagen sie eine Brücke zwischen den Erfahrungen der deutschen Teilung und den Herausforderungen der Gegenwart. Sie laden dazu ein, innezuhalten, miteinander ins Gespräch zu kommen und die Bedeutung von Freiheit, Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt neu zu reflektieren.
Am Eingang der Anlage erinnert seit 2006 eine Gedenkstele der Stiftung Berliner Mauer an Marienetta Jirkowski. Die junge Frau wurde 1980 bei einem Fluchtversuch an der Berliner Mauer von Grenzsoldaten angeschossen und erlag wenig später ihren Verletzungen. Der nahegelegene Kreisel an der Stolper Straße trägt ihren Namen und eine Gedenktafel dort erinnert an ihr Schicksal. Am Naturschutzturm der SDW, dem ehemaligen Grenzturm im Stadtteil Bergfelde, sind in einer Open-Air-Ausstellung die Geschichte der Mauer und der Grenzanlagen anschaulich dargestellt und es wird dort weiterer Maueropfer gedacht.
Eine Informationstafel auf dem ehemaligen Mauergrund erläutert nun die weitere Entwicklung des Gedenkortes, der in den kommenden Jahren schrittweise ergänzt wird. Der Erinnerungsort ist als offener und generationsübergreifender Ort für Begegnung, Bildung und Austausch konzipiert. Geplant sind mehrere Stationen mit Informationen und digitalen Angeboten per QR-Code. Ergänzend bringt ein Mauerelement in Originalhöhe eine physische Erfahrbarkeit. Grundlage des Konzepts sind ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung sowie Interviews und ein Bürgerworkshop aus dem Jahr 2025.
„Mit der Parkanlage ist ein naturnaher Aufenthaltsort entstanden, der das Konzept eines Piko-Parks aufgreift: klein, ökologisch wertvoll und mitten im Alltag der Menschen. Hier verbinden sich Natur, Erholung und Geschichte auf besondere Weise. Die bewusst zurückhaltende Gestaltung lässt Raum für Begegnungen, für eigenes Entdecken und für persönliche Gedanken – genau das macht diesen Ort aus“, sagte Jessica Neumann, Fachdienstleiterin Stadtanlagen vom Fachbereich Stadtservice.
Mit der Eröffnung der Anlage ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Der Gedenkort wird in den kommenden Jahren schrittweise weiterentwickelt und um weitere Informations- und Vermittlungsangebote ergänzt.

