Entwurf der Wärmeplanung vorgestellt
(22. Juni 2026)
Im Rahmen von vier Informationsveranstaltungen in den Stadtteilen wurde der Entwurf des Wärmeplans vorgestellt. Für das Stadtgebiet zeigt sich, dass Umgebungsluft-Wärmepumpen größtenteils gut geeignet sind, um die zukünftige Wärmeversorgung sicherzustellen.
Das war das Fazit der umfassenden Analysen der HIC Consulting (vormals Hamburg Institut) im Auftrag der Stadt. Felix Landsberg sowie Max-Julian Gerlach stellten, gemeinsam mit der Verwaltung, die Ergebnisse bei Informationsabenden der Einwohnerschaft vor und gaben anschließend Raum für Fragen und Diskussion.
Kommunen sind gemäß des Wärmeplanungsgesetzes bis spätestens 31. Juni 2028 zur Erstellung einer kommunalen Wärmeplanung verpflichtet. Diese wird dann spätestens alle fünf Jahre fortgeschrieben, um aktuelle technologische und rechtliche Veränderungen zu berücksichtigen.
Bei der Wärmeplanung handelt es sich um eine rechtlich unverbindliche und strategische Fachplanung. Sie beschreibt die Möglichkeiten für die Umstellung von einer fossilen Wärmeversorgung auf eine regenerative Wärmeversorgung und prüft dabei die Potentiale innerhalb einer Kommune, etwa erneuerbare Energien und Abwärme sowie die Einsparung von Wärme durch Sanierungsmaßnahmen.
Bestandsanalyse für Hohen Neuendorf
Die Bestandsanalyse für das Stadtgebiet ergab, dass Hohen Neuendorf derzeit einen Energiebedarf von 241 GWh/a hat. Dieser wird zu 71 Prozent durch Gasheizungen, 14 Prozent Biomasse (Holz) und 8 Prozent Kohle gedeckt. Lediglich 2 Prozent der Haushalte erzeugen ihre Wärme derzeit mit einer Wärmepumpe. Durch individuelle Sanierungsmaßnahmen sieht die HIC Consulting das Potential, dass bis zu 13 Prozent des Wärmebedarfs bis 2045 eingespart werden könnte.
Gute Gründe für dezentrale Umgebungsluft-Wärmepumpen
Da das Stadtgebiet vor allem geprägt ist durch Siedlungen mit Ein- und Zweifamilienhäusern, ist die Wärmebedarfsdichte je Baublockfläche gering. Das heißt in der Konsequenz, dass die Kosten für den Bau eines neuen Wärmenetzes auf anteilig wenige Haushalte umgelegt werden müssten und relativ hoch wären. Damit wird diese zentrale Variante der Wärmeversorgung in der Stadt als nicht wirtschaftlich betrachtet. Die Potenzialanalyse hat ergeben, dass es theoretisch möglich ist, dass das Stadtgebiet sowohl von großen Luftwärmepumpen im Rahmen von Nahwärmenetzen oder auch über dezentrale Luftwärmepumpen gedeckt werden kann.
Maßnahmenkatalog erstellt
Die Experten erstellten darüber hinaus einen zwölf Punkte umfassenden Maßnahmenkatalog für Verwaltung, Bürgerschaft und Netzbetreiber, der die Umsetzung der Wärmeplanung unterstützen soll. Zum Abschluss der Informationsveranstaltung warb Adrian Hollenberg von der Verbraucherzentrale dafür, die individuelle Energieberatung der Verbraucherzentrale zu nutzen, denn das Heizen der Eigenheime ist vorrangig eine Angelegenheit der Hausbesitzer. Hier könne eine unabhängige und kostenfreie Ersteinschätzung für das eigene Wohnhaus gegeben werden. Insbesondere Menschen, deren Heizung bereits 20 Jahre alt ist, sollten von diesem Angebot Gebrauch machen.
